Tiergestützte Pädagogik

Tiere und besonders Hunde wirken laut verschiedener Studien entspannend und entwicklungsfördernd auf Kinder. Die Untersuchungen belegen eindrucksvoll, dass Tiere in der Förderung von Kindern eine wertvolle Hilfe sind und ausgleichend wirken.

Ausgebildete Hunde geben Kindern eine direkte Rückmeldung auf ihr Verhalten. Sie reagieren authentisch und entsprechend ihrer Bedürfnisse, Instinkte und Gewohnheiten.

Hält ihr „Spielpartner“ sich an ihre „Regeln“, ist der Hund ein verlässlicher und vorhersehbarer „Spiegel“.

Die tiergestützte Pädagogik basiert auf dem Gedanken, dass Tiere frei von Vorurteilen sind, Zuwendung zeigen und Menschen annehmen und akzeptieren, wie sie sind.

Tiere verlangen nach Fürsorge und haben einen Aufforderungscharakter. Sie erfüllen grundlegende emotionale Bedürfnisse wie Zuwendung, „Angenommen-Sein“ und Nähe. Alle Sinne werden im Umgang mit Tieren angesprochen. Kinder lassen sich häufig schnell auf Tiere ein und damit auch auf die Förderinhalte.

Pädagogische Praxis Melle - Ailo

Ailo ist ein Pädagogik-/Therapiebegleithund (i.A.).

Er ist ein Goldendoodle. Seine Mutter ist eine Golden Retrieverin und sein Vater ein Pudel. Aufgrund seiner Herkunft wird er als sehr lehrreich, familien- und kinderfreundlich eingestuft. Ailo ist am 6.05.2019 geboren. Schon mit einigen Wochen hat er Erfahrungen in Alten- und Pflegeheimen gesammelt und ist gut sozialisiert. Seine Teamkollegin ist die Diplompädagogin Simone Kunze-Strotmann.

Ailo wird Simone regelmäßig – nach ihrem Ermessen – in die Fördereinheiten begleiten, wobei er nach einer Phase der achtsamen Kontaktaufnahme und im Verlauf der Ausbildung, in den Förderprozess integriert werden wird. Durch die Anwesenheit von Ailo wird die heilpädagogische Arbeit intensiviert. Zielgerichtete Aktivitäten verbessern Handlungs-kompetenz und Sozialkompetenz und stärken den Selbstwert eines Kindes. Im Umgang mit dem Hund werden fast alle Sinnessysteme angesprochen. Das Fühlen, Riechen, Sehen, Hören und sogar das Balancieren kann spielerisch geübt und wahrgenommen werden. Dadurch kann das Kind Selbstwahrnehmung und Eigenreflexion lernen.

Tiergestützt werden folgende Förderinhalte ganzheitlich angesprochen:

  • Grob- und Feinmotorik
  • Sensomotorik
  • Kraftdosierung
  • Wahrnehmungsförderung aller Bereiche 
  • Kognition
  • Ausdauer- und Konzentrationsfähigkeit, Merkfähigkeit
  • Anbahnung und Förderung von Sozialkompetenz
  • Abbau von Ängsten
  • Ausdehnung der Frustrationstoleranz
  • Verbesserung der Selbstwahrnehmung und des Selbstwertgefühls
  • Förderung der aktiven und passiven Sprache
  • u.v.m.

Simone und Ailo nehmen zusammen an speziellen Lehrgängen der M.I.T.T.T. (www.mittt.de) teil. Sie besuchen außerdem wöchentlich zusammen eine Hundeschule. Wichtig ist, dass Ailo mit Freude dabei ist.

Ailo ist fest in ein Familienleben eingebunden und hat so sein „Rudel“ immer um sich. Darüber hinaus bekommt er regelmäßig viel Kontakt zu anderen Hunden und Kindern. Er wurde und wird sehr früh mit Zuneigung und Geduld geprägt. So kann er auch „unhundige“ Sachen als normal erleben und dementsprechend gelassen reagieren.

In jeder Behandlungssituation besteht für Ailo die Möglichkeit zum Rückzug. Er wird genau beobachtet und sobald er sich unwohl oder überfordert fühlt, wird die Situation beendet und für Hund und Kind positiv verändert.

In der Praxis achten wir auf Hygienestandards.

Wichtig sind uns:

  • Ein ausgezeichneter gesundheitlicher Zustand
  • Ein ausgezeichneter Pflegezustand
  • Die artgerechte Haltung des Tieres
  • Eine gesunde Ernährung des Hundes
  • Regelmäßige Entwurmung
  • Schutzmaßnahmen gegen Ektoparasiten
  • Die vollständige Impfung

Für die Förderstunden haben wir folgende Vorgaben:

  • Wir vermeiden den gegenseitigen Kontakt im Gesichtsbereich durch das Kind und den Hund
  • Ailo hat keinen Kontakt zu Lebensmitteln in der Praxis
  • Die Kinder und Pädagoginnen waschen sich nach dem Spielen mit Ailo die Hände.
  • Wir reinigen den Bewegungsraum und Aufenthaltsort des Hundes regelmäßig.

Ailo wird regelmäßig vom Tierarzt kontrolliert (Gesundheitsnachweis, Kotproben, Nachkontrollen des Wesens, Kontrolle des Impfpasses etc.).

Natürlich achten wir auch darauf, dass weder Kind noch Hund während der Therapiesitzung überfordert werden und dadurch Probleme entstehen. Die Gefahr von Biss- und Kratzverletzungen ist aufgrund des speziellen Trainings- und Prüfungsverfahrens des Hundes sehr gering. Auch die Unfallgefahr durch Ailo ist durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen minimiert.

Ailo freut sich auf seine SpielpartnerInnen.